Psychischer Stress

Unter dieser Überschrift fasse ich hier verschiedene Zustände des psychischen Ungleichgewichts zusammen. Das geht von der aktuellen, akuten Überlastung, Stress in der Familie, Konflikte im beruflichen Umfeld bis zu schweren chronischen Depressionen. Psychische Erkrankungen nehmen einen erheblichen Anteil unter den Erkrankungen ein, jeder Dritte erlebt mindestens einmal im Leben eine depressive Episode. Oft haftet einer psychischen Erkrankung das Etikett der minderschweren Störung an. Betroffene sollten sich mal zusammenreißen, mal etwas positiver in die Zukunft sehen, dann werde das schon, ist eine immer noch weitverbreitete Einschätzung. Das geht am Problem total vorbei und wird der Schwere und dem Ernst der Erkrankung nicht gerecht.

Angststörungen können plötzlich und wie aus heiterem Himmel auftauchen. Jemand, der regelmäßig ein Flugzeug bestiegen hat, erleidet plötzlich Herzrasen und Schwindel beim bloßen Gedanken daran, einen Flug zu absolvieren. Ein anderer verliert einen Angehörigen und versinkt in tiefer Trauer – das kann theoretisch jeden treffen. Der Rückgriff auf Ressourcen ist plötzlich nicht mehr möglich, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit scheint endlos zu sein. Unsere Psyche ist so gestrickt, dass uns aktuelle Gefühle so absolut ausfüllen, dass wir schlecht auf einen anderen Zustand abstrahieren können. Das heißt für die Depression, dass sie quasi permanent den Eindruck erweckt, das momentane Gefühl der Niedergeschlagenheit werde auch in Zukunft, morgen, nächste Woche, nächsten Monat und nächstes Jahr bestehen bleiben.

Auch für psychische Erkrankungen gilt die Regel: Je eher behandelt wird, umso besser die Heilungschancen.

<< zurück