Diabetes holen wir uns im Supermarkt

Die Zahl der Diabetiker ist in den sog. zivilisierten Ländern seit Jahren kontinuierlich im Steigen begriffen. Gab es im Jahr 2000 5,4 Mio. Diabetesfälle in Deutschland, so sind es heute ca. 6,5 Mio. Da die Diagnose oft erst Jahre nach dem Beginn der Krankheit gestellt wird, müssen wir eine noch hinzuzuzählende Dunkelziffer annehmen, die die absolute Zahl nach oben treibt. Jenseits des 60. Lebensjahres ist die Erkrankung deutlich häufiger. Wenn wir die aktuelle demografische Entwicklung betrachten, wird die Zahl der Neuerkrankungen an Typ II Diabetes deutlich zunehmen.
Nur ca. 10% der Betroffenen haben einen Diabetes Typ I, hier spielen genetische Ursachen eine Rolle. Der Typ II Diabetes wird durch verschieden Faktoren begünstigt. Der wichtigste ist die Ernährung. Schnell aus dem Supermarktregal gegriffene Fertiggerichte, mit Zucker und Geschmacksverstärkern angereichert, süße Joghurts, Limonaden – sogar Wurst ist ein Lieferant von Zucker.
36 kg Zucker nimmt der Durchschnittsdeutsche pro Jahr zu sich, davon stecken 75% in verarbeiteten Lebensmitteln. Es ist also nicht das mit Liebe gebackene Stück Kuchen, was der Bauchspeicheldrüse zusetzt, sondern es sind die unzähligen vorbearbeiteten Lebensmittel. Da Zucker, wenn er in einem Vorprodukt steckt, nicht deklariert werden muss, haben wir oft versteckte Zuckerquellen in Lebensmitteln, die wir für zuckerarm oder sogar zuckerfrei halten. Ettikettenlesen ist also gut und richtig, es schützt aber nicht davor, undeklarierte Zutaten zu essen.
Wenn Menschen mit erhöhtem Nüchternblutzucker rechtzeitig ihre Ernährung umstellen – mehr Gemüse, viel frische Produkte, weniger Weißmehl – und sich mehr Bewegung gönnen, haben sie gute Chancen, dem Diabetes zu entkommen.
Bitte machen Sie sich bewußt, dass auch ein sog. ‘gut eingestellter Diabets’ die Gefahr von Folgeerkrankungen erhöht. Dazu zählen Bluthochdruck, Arteriosklerose und erhöhter Cholesterinspiegel.
Also: Wenn man sich Diabetes im Supermarkt holen kann, so wird man ihn dort durch verändertes Einkaufsverhalten und auf der Laufstrecke wieder los.